Seit Anfang der Woche steht Griechenland im Kreuzfeuer der Kritik. Am 27. Februar stufte die Ratingagentur Standard & Poors das Land auf das Niveau eines „teilweisen Zahlungsausfalls“ (Selective Default) herab. Das hat gerade noch gefehlt, um die ohnehin schwierige Lage der Euroländer weiterhin zu verschlechtern. Die Nervenkrise, die in Brüssel schwelt, zeigt sich unter anderem dadurch, dass die Gespräche der Euro-Zone auf dem Europa-Gipfel am 2. März, in Folge des Widerstands Deutschlands gegen eine Aufstockung des Euro-Rettungsschirms auf 750 Milliarden Euro.

Der IWF seinerseits hält es für essentiell, die Probleme um den Euro-Rettungsschirm jetzt zu lösen, um eine „Ansteckung“ der anderen Länder, die sich in Schwierigkeiten befinden, zu vermeiden. Im Falle Griechenland scheint jedoch, sobald ein Brandherd gelöscht ist, ein neuer aufzuflammen.

Die Entscheidung von Standard & Poor‘s kam nicht unerwartet. Die Agentur hatte angekündigt, die Note Griechenlands herabzustufen, sobald die privaten Finanzinstitute einem Übereinkommen über einen Schuldenschnitt zustimmen würden. Nach dieser Entscheidung kündigte die Europäische Zentralbank jedoch am 28. Februar an, griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheiten für Kredite an Banken anzuerkennen. Diese Aussetzung wird voraussichtlich am 20. März aufgehoben, wenn der zweite Rettungsplan in Kraft tritt. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn die Banken dem zwischen Griechenland und den Vertretern der privaten Gläubiger ausgehandelten Programm zustimmen. Die Danaiden gießen fleißig weiter.